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St. Johann in Tirol: Ein einwandfreier
Ort |
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[01] |
Ein Essay |
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Sichtbar wird die gegenseitige Angleichung von
Einheimischem und Gast durch die verblüffend ähnlichen
Lebensweisen: dem Interesse für Autos mit einer ähnlichen
Vorliebe für bestimmte Typen und Klassen, mit einem
ähnlichen Modegeschmack: schnittige Trachtenmode aus der
Boutique, mit dem ähnlichen Hobby: dem Golfspiel. Dass die
einheimische Vorliebe für das Golfspiel nicht allein dem
Prestige, sondern auch dem pragmatischen Denken
verpflichtet ist, da für die vielen Golfplätze nicht annähernd
so viele Touristen als Golfspieler gefunden wurden, trägt
ebenfalls zur Angleichung von Wirt und Gast bei. Und
keineswegs ist ihre Beziehung nur einseitig zu denken; der
Gastwirt reagiert auf den Touristen, ebenso wie der Tourist
auf die Wünsche reagiert, die der Gastwirt für ihn erfindet.
Mit Sicherheit hat erst das Meereswasser im Swimmingpool
eines Tiroler Hotels dem Gast die Möglichkeit eines solchen
Wunsches offenbart.
Die fortgeschrittene, auch normalisierte Erfahrung mit dem
nicht mehr länger fremden Gast hat in St. Johann die
Ausprägung, dass die Logik des Gastes in die Logik des
Einheimischen übernommen wurde und diesen von innen
heraus geformt hat.
Der einheimische Gastwirt, würde er nicht gerade seinem
Beruf nachgehen, würde in der gleichen Skihose, in der
gleichen Windjacke und mit der gleichen Skibrille vor dem
Lift anstehen und sich die Stöcke der anderen in die Seite
rammen lassen, wie es auch der Gast macht.
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