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St. Johann in Tirol: Ein einwandfreier Ort
[02] Ein Essay


Er würde wie er mit dem gleichen Lipbalsam und Sunblocker
auf der Haut in die Sonne blinzeln. Und würde er nicht selbst
im Aprés-Ski arbeiten, würde er anschließend auch dort
hinziehen. Das heißt, dass er selbst zum Urlauber geworden
ist, mit dem einen Unterschied, dass er nicht Urlaub machen
kann, solange der Gast dies tut.

Selbst in ein Urlaubsland hineingeboren, bestreite ich, dass
der Tourismus in erster Linie Entfremdung und Verstörung
ins Land gebracht hat. Dies hieße nur, demselben Mythos
von Echtheit aufzusitzen, der ja schon in der Touristenkultur
seinen festen Platz hat. Zu gut erinnere ich mich daran, dass
ich aufatmete und froh war, dass zu Saisonbeginn endlich
wieder ein Wechsel von Menschen stattfand. Der Sommer
war auch deshalb schön, weil man Menschen erleben konnte,
die auf andere Welten und Lebensformen verwiesen und: sie
interessierten sich für uns und für das Land, in dem wir
lebten. Das war viel, denn wer von den Einwohnern
interessierte sich schon großartig für sein Land, geschweige
denn für mich und unsereins? Und ich genoss es, dass die
mühseligen Prozessionen in der prallen Sommerhitze durch
die Zuschauer, die auf dem Hügel standen, während die
Pfarrgemeinde um ihn herumlief, zum kleinen Ereignis
wurden, einfach nur deshalb, weil ein anderer Blick die
Szenerie verfolgte und damit auch mir ermöglichte, uns und
mich durch den Blick des Zuschauers zu betrachten und:
wichtig zu nehmen.

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St. Johann: Ein einwandfreier Ort
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Diverse Rezensionen und Kritiken in
Zeitungen und Zeitschriften