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Miteinander auseinander |
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[03] |
Über die Frauenbewegung und ihr herbeizitiertes Ende
Frauenkulturzeitschrift, Jan. 08
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(...) Wer das eigene Fortkommen als allein private Errungenschaft versteht, muss auf keinerlei Feminismus rekurrieren. Er spiegelt nichts anderes als den neoliberalen Diskurs unserer Tage. Tatsächlich oder dummerweise können die Prinzipien des Feminismus leicht mit denen des globalisierten ökonomischen Wettkampfs verwechselt werden, denn sie sind fast dieselben: Selbstbestimmung, Befreiung von patriarchaler Kontrolle, eigenständige Existenzsicherung. Doch haben sie wenig miteinander zu tun. Das Augenmerk auf die rein private Leistung missachtet den Blick auf die Gesellschaft, er übersieht, dass er selbst Teil einer privilegierten Gruppe ist, die umgeben ist von Mechanismen der Benachteiligung.
Feminismus jedoch, richtig verstanden, hat immer mit einer grundsätzlichen Auseinandersetzung mit ungleichen Machtstrukturen zu tun und lehnt nicht nur die weibliche Diskriminierung, sondern jede Form von Freiheitsentzug ab.
Man fragt sich, warum man sich dieses kritische Bewusstsein, das eben auch der Feminismus schult, spart, abgesehen davon, dass man sich offenbar auch ein besseres Gedächtnis sparen will, denn wer die vielschichtige Bewegung des Feminismus allein auf Selbsterfahrung und Opferdiskurs bringen will, betreibt eine gehörige Reduktion.(...)
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