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Das Gute wollen, das Blöde tun
Wenn die Politik ins Theater geht |
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[05] |
Journal Mai, 2007
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Ausschnitt
(...)Es ist Pfingsten in Berlin; ich betrete das Hebbel Theater, und einen Augenblick muss ich ans Bolschoi Theater in Moskau während der Geiselnahme denken, an Belagerung, guerillabekleidete und waffenumhängte Geiselnehmer, an die seltsam lose und angespannte Zeiteinheit einer Hausbesetzung.
Menschen mit Funkgeräten tigern durchs Foyer, aus dem Zuschauerraum sind einzelne Sitzreihen entfernt oder halbiert worden, ein Mittelgang ist auf einmal da, wo sonst die besten Plätze sind, die Bühne selbst eher ein Abstellplatz für Rucksäcke, Bierflaschen, Mikrophonständer, Jacken.
Die Menschen wirken sehr ernst in ihren Unterhaltungen, man traut sich gar nicht
nachzufragen, worum es eigentlich geht. Die im Foyer, im Zuschauerraum oder in den Fluren sich aufhaltenden losen Gruppen wirken sehr verbündet.
Auch die anderen, die einzeln verteilt auf Treppenstufen sitzen und lesen, trinken, Emails verschicken, sind in allem sehr vertieft. Sie alle wissen, dass es um etwas Ernstes geht, wohl um die Sache eben. (...)
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