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Das Lachen der Materie |
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[02] |
Gedanken in einer Körperausstellung
In: Das Herz eines Bastards. Athesia 2002.
Lesung im Innsbrucker Literaturhaus, April 2001 |
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Neben dem alterslosen Strahlen der Schädel wirken Embryo
und Fötus alt, greisenhaft, faltig und voller Runzeln; wie
vom Elend selbst ausgespuckt.
Wie meistens sehe ich in den neun formalingefüllten
Einweckgläsern nicht neun einzelne Föten, die nichts
miteinander zu tun haben, die sich nicht vorgestellt wurden
und die ihr Leben durch unglückliche Umstände nie erreicht
haben. In den neun Einweckgläsern sehe ich ein kleines
Menschlein und seine Entwicklung in Richtung Welt, un
piccolo esserino, - als ob es nach der Ausstellung aus dem
Formalin gehoben und auf die Beine gestellt würde.
Neun kleine tote Menschen, neun kleine Leichen in Formalin
gelegt, die als Sinnbild für das beginnende und sich
entwickelnde Leben stehen.
Unerlöst - im künstlichen Schoß, der sie davor hindert,
sich
zur Gänze aufzulösen.
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