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Der eurobeige Traum
Wie unbemerkt dürfen Bewegungen sich vollziehen, um sie dennoch wahrzunehmen?

[07] Journal März 2008

(...) Würde ich die politische Haltung meiner Generation, der Altersgruppe der späten 60er, frühen 70er Jahrgänge auf einen Punkt gebracht ausmachen, so würde ich uns als antireligiös bezeichnen, besonders den großen Massenbewegungen, den Kriegen sowieso, aber auch den Revolutionen und den großen Ausrufungen gegenüber.
Es fällt nicht schwer, ihren Anführern zu misstrauen, ihrem am Ende doch immer wieder manifesten Macht- und Autoritätsinteressen. Ihrer Radikalität abzuschwören fiel etwas schwerer, auch wir hatten die Plakate von Che Guevara in unseren Zimmern hängen, und den Gestus der RAF fanden auch wir eine Zeitlang cool, doch mehr als einen coolen Gestus darin auszumachen war nicht mehr drin. Stärker war eine fast gleichgültige Abneigung den Aufgebäumtheiten von Zuspitzungen, Extremismen und Polarisierungen gegenüber mit ihrem Anspruch auf Absolutheit.
Uns gingen in Deutschland die 68er Bewegung voraus, in Frankreich und Italien die Studenten- und Arbeiterbewegung, und diesen ging der zweite Weltkrieg voraus und die Auseinandersetzung mit ihm und dem Nationalsozialismus. Radikalisierung in dieser Bewegung gab es in allen Ländern mit dem Untergrund und zuletzt dem bewaffneten Widerstand. Es fällt auch nicht schwer, den radikalen Schub in dieser Bewegung und das Umschlagen in die Gewalt zu verstehen.(...)
 



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Auswahl

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