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Aida
[05] Übersetzung und Bearbeitung des Romans
"Celeste Aida" von Marinella Fiume.
WDR 2004

Der Roman von Marinella Fiume schildert die Geschichte
eines Kindsmords im sizilianischen Dorf Fiumefredda, der
sich in den 30er Jahren zutrug. Den politischen Hintergrund
bestimmt der italienische Faschismus, den gesellschaftlichen
die Armut und - obwohl von Faschismus und Kirche gefordert
und gewünscht - Kinderreichtum. Den moralischen Kontext
dirigieren diese Kräfte, aber auch die strengen sizilianischen
Sittengesetze, nach denen der Ehebruch nicht nur ein
gesetzliches Delikt, sondern auch ein höchst geächtetes
Vergehen darstellt.

In dieses Umfeld eingebettet ist die Geschichte der
fünfjährigen Aida, meist als Ida oder Iduzza bezeichnet.
Sie ist die jüngste von sechs Geschwistern, von denen die
Zweitälteste, Pinuzza, mit Giovannino bereits verheiratet ist.
Die Mutter von Ida, Giuseppina, ist verheiratet mit dem nach
Amerika ausgewanderten Alfio, Idas Vater, der irgendwann,
wenn er dort genügend Geld verdient hat, zurückkehren wird
- so zumindest lautet der Mythos.

Alfio spielt als Abwesender, als Phantom eine tragende Rolle
in den Köpfen aller Beteiligten, an dem sich vor allem
Giovannino, der Schwiegersohn und Liebhaber Giuseppinas,
abarbeiten muss.

Denn Giovannino, der einen Weinkeller in der Nähe
Fiumefreddos führt, zieht es schon seit längerem vor, bei
seiner Schwiegermutter und deren Familie zu wohnen.

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