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Theaterstücke Hörspiele Erzählungen Essays
Die Flügel des Wahns
[06] von Giovanna Querci Favini.
Aus dem Italienischen von Margareth Obexer.
Regie: Jörg Schlüter
Produktion WDR 2003

Lina ist im Industrienvorort von Florenz aufgewachsen ist.
Wie ihre Schwestern und zuvor die Eltern, geht sie täglich in
die Fabrik, kehrt von dort zurück, verrichtet die restliche
Arbeit im Haus und legt sich anschließend schlafen. Ihr
Leben spielt sich ab zwischen Armut, Pflicht, Stumpfsinn und
Gleichgültigkeit füreinander. Die wenigen menschlichen
Begegnungen, die nötig sind, halten sich starr und
phantasielos an den vorgestanzten Gepflogenheiten.
Inzwischen ist sie verheiratet, sie hat einen kleinen Sohn
und einen Mann, den sie den "Vater meines Sohnes" nennt.
Die kleine Familie ist zustande gekommen, wie alle Familien
in ihrer Nachbarschaft zustande kommen. Wer jung ist, trifft
sich zum Tanzen und wird irgendwann aufgefordert, auf dem
Rücksitz der Vespa eines jungen Mannes Platz zu nehmen
und ins Grüne zu fahren.

Doch eines Tages wehrt sich Lina, die sich jetzt Amanda
nennt und auch so angesprochen werden möchte. Diese
Amanda begehrt ein Leben, das sich nach den eigenen
Bedürfnissen richtet, die tiefsten Abscheu und Ekel der
Umgebung und ihrem Ehemann gegenüber empfindet, die
es als klaren Affront begreift, wenn dieser sie verständnislos
immer noch mit Lina anspricht.

Eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik ist nach
sozialem und medizinischem Verständnis unumgänglich.

 



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